DIE GRÖßTEN HELDEN AVENTURIENS

DSA

Dunkle Schatten – der 55. Spielabend

dunkelschatten

Die Helden der Schattenlanze tauchen im Wasser der heiligen Grotte – vor Ihnen Xeraan und Goldmäul… Goldgierchen. Plötzlich verschwinden Sie aus dem Blickfeld – etwas magisches hat sie wegbefördert… und die Helden greifen in den Sand am Boden der Grotte… die Luft wird knapper und und die Suche von Hjaldor und Firnwulf wird immer hektischer. Schließlich ist es Therisia, die nach einem magischen Blick eine Grobe Richtung andeuten kann und wirklich – eine unscheinbare schwarze Statuette kommt zum Vorschein.

Wieder an Land rätseln die Helden über den Auslöser … Es ist Hjaldor, der als erstes Azariel Scharlachkrauts Worte wieder findet und der Statue befiehlt: “Öffne uns das Tor zum Tempel des heiligen Borbarad und seiner schwarzen Mutter!” Der Limbus öffnete sich und die Helden werden hineingezogen – nach einigen Herzschlägen finden sie sich dann in einer Höhle wieder, in der unzählige Edelsteine und weitere Schätze wie Waffen, Rüstungen und anderes geradezu dazu einladen, sich zu bedienen – doch der Hauch der Niederhöllen ist zu deutlich… alles hier ist verderbt und giert nur darauf, ebenfalls die Helden zu verderben… und aus diesem Raum gab es keinen Ausgang! Mithilfe eines unerwartet auftauchenden Geistes – der von Alessa, eines der entführten Kinder von Rutor – und eines klaren Gedankenganges von Firnwulf, kann die Kammer aber rasch verlassen werden – nur um in der nächsten zu landen.

Hier gab es 4 Gänge und 4 Statuen von Aves … war nur der Weg das Ziel? Die dunklen Schatten zogen rasch weiter und erreichten ein hölzernes Portal, hinter dem sich eine Kammer in einem Magierturm auf tat. Hier konnten, nein mussten die Gefährten Zulipan von Punin bei seiner ekelerregenden Arbeit in seinem Vivisektionsraum zusehen… zu grausam waren die Bilder, zu herzzerreißend die Schreie und nur Therisia konnte den Mut oder die Selbstüberwindung aufbringen, auch hier die Lösung zu finden: Sie erschuf mittels der Kraft der Gedanken ein weiteres Opfer für Zulipan – eine junge Zwergenfrau. Als Zulipan sie ebenfalls bei lebendigem Leibe aufschnitt, um ihren Körper zu untersuchen, fand er sein Glück – und ein Teil von Therisia starb in dieser Kammer…

In der nächsten Kammer dann eine Galerie mit Bildern – Bilder aus dem lange zurückliegenden Kampf zwischen Borbarad und seinem Bruder Rohal in den Magierkriegen. Hier war es Greven, der eine Tür öffnete, in dem er durch eines der Bilder griff und die Gruppe so in den Magierturm Borbarads in die Wüste Gor brachte! Noch erstaunlicher waren, die Gestalten, die sie dort sahen – 5 der Gezeichneten, die durch Borbarads Turm schlichen – und die Gruppe folgte ihnen, bis sie zu einem Vivarium gelangten. Hier war nahezu jede erdenkliche Spezies zu Studienzwecken vertreten, doch am erschreckendsten war ein Eisblock, in dem Yppolitas toter Körper gefangen war. Schnell war entschieden, ihren Leib zu verbrennen, um weitere Schändungen zu verhindern … Kurz bevor der Leichnam komplett von den Flammen verzehrt wurde, war es fasst so, als würde Yppolita noch einmal einen Blick auf die Helden werfen, und ihnen zu danken.

Ein weiterer Raum: 9 Statuen standen im “falschen Mondlicht” … 8 davon gehörten zur unbesiegbaren Legion von Yaq- Monith – die neunte war eine 3 Schritt große, echsisch wirkende Gestalt auf einem Krallenthron. Auch Goldmäulchen war endlich hier zu finden und sprach mit Greven … und auch Xeraan gab sich zu erkennen! Doch es war sein neues Schoßtier, dass eine unheilige Münze ins Maul der zentralen Statue fallen ließ und sie damit zu unheiligem Leben erweckte!

Es entbrannte ein harter Kampf, Hjaldor und Firnwulf bearbeiteten die Statue mit ihren Waffen, doch konnten sie kaum Wirkung erzielen, während sie schlimme Treffer einstecken mussten. Therisia wollte fälschlicherweise eine Illusion ausschließen und kostete ihren Gefährten so wertvolle Sekunden, dann allerdings griffen die 3 gemeinsam an: Therisia entfesselte die tödliche Kraft eines Eisdschins, Firnwulf versuchte die Kälte seiner Göttin auf die Statue herab zu rufen und Hjaldor attackierte die so getroffenen Stellen und konnte die Statue auf den “thron” zurück schleudern, wo sie erstarrte.

Greven war währenddessen mit Goldmäulchen und Xeraan beschäftigt und versuchte auf ihn und Goldmäulchen einen Zauber zu wirken… Bevor Xeraan seine Zaubergeste vollendete und sich und den kleinen Drachen durch den Limbus teleportierte, klangen einige Herzschläge lang Goldmäulchens Worte in der Luft: “Vergiss mich nicht – rette mich!”

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Dunkle Schatten – der 54. Spielabend

Dunkle Schatten[5]

Gerade ist die alte Widersacherin Azariel Scharlachkraut entwischt, da geht es weiterhin Schlag auf Schlag: Therisia deutet mit weit offenem Mund in eine dunkle Ecke und sinkt daraufhin ohnmächtig zu Boden. Bei den anderen herrscht Verwirrung vor und Hjaldor will erst mal raus, doch er schafft es nicht die Tür zu öffnen, immer wieder verschwindet der Knauf in seinen Händen. Greven, der etwas kälter zur Sache geht, merkt ebenfalls schnell, dass etwas faul ist, denn Goldmäulchen ist nicht der, der er zu sein scheint – dann merkt es auch Firnwulf, am Ende stimmt auch die wieder erwachte Therisia zu, dass alles an diesem Zimmer “falsch” ist. Doch was ist es? Eine Illusion, ein Traumbild, etwas völlig anderes?

Dann zeigt sich auch der Verantwortliche zu erkennen – zuerst nur als vermummte Gestalt aus flirrender Luft, gegen die Hjaldors Angriffe keine Wirkung haben. Jeder versucht auf seine Weise gegen dieses Trugbild anzukämpfen – egal ob im Gespräch, mit einem Zauber, seinem Zorn oder seinem Glauben – und Firnwulf und Therisia gelingt es kurz, bis in die Wirklichkeit vorzudringen – bis zum Verursacher, der in der realen Welt gerade mitten zwischen den steifen Körpern umhergeht: Xeraan!

Doch erst als alle zusammen versuchen, das Traumbild zu sprengen, muss er sich geschlagen geben und verschwindet – aber nicht ohne etwas mitzunehmen: Goldmäulchen! Schnell sind die Helden sich einig, ihren Gefährten aus den Händen dieses Scheusals zu befreien und so schnell es die Zeit (und eine kurze magische Analyse) zulässt, machen sie sich auch schon auf den Weg – Greven beschafft der Gruppe noch 3 Pferde, die notwendig sind, auch wenn die Besitzer sie sicher vermissen werden… Und zu Sonnenuntergang machten sich die dunklen Schatten auf: An der Misa entlang, um einen Weg über den Fluss zu suchen. Es dauert auch nicht allzu lange, bis man im Halbdunkel auf einen kleinen Trupp stößt, der ein Flößer Lager bewacht – den Göttern sei Dank sind es Kaiserliche, und noch erstaunlicher: Einer der Soldaten – Waran – kennt Firnwulf… Nun, man trifft eben überall die versprengten Bürger und Kämpfer Ysilias…Auch wenn man auf der Suche nach Xeraan ist, ist es doch auch interessant, dass Azariel ebenfalls hier über die Misa gesetzt hat – und Dank Firnwulf konnte auch die Gruppe noch in der Nacht den Fluss überqueren…. In dieser Nacht setzten die Dunklen Schatten zum ersten Mal einen Fuß nach Xeraanien!

Irgendwann ist es auch Zeit zum Rasten – zu anstrengend waren die letzten Tage und die nächsten werden wohl auch kein Zuckerschlecken. Die Helden einigten sich auf Ilsur als nächstes Ziel. Greven schien wohl eine Möglichkeit zu haben, mithilfe seiner Schale und etwas Wasser Kontakt zu Goldmäulchen aufzunehmen… und er sah ein Bild: Ein wunderschöner, friedlicher See, erfüllt von göttlicher Harmonie, und davor Goldmäulchen und Xeraan…Was hatte Xeraan vor? Wozu brauchte er Goldmäulchen? Greven war kaum wider zu erkennen – kein Wunder, immerhin war es sein innigster Freund, der gefangen gehalten wurde… doch warum wandelte sich die anfängliche Angst dann zu Faszination oder … gar zu etwas Anderem?

Firnwulf meinte, die heiligen Quellen der Peraine zu erkennen – und die lagen in Ilsur – die Gruppe hatte also das richtige Gespür. 5 tage dauerte die Reise quer durch diesen teil Schwarztobriens, und auch, wenn das Land sich kaum gewandelt hatte, spürte man eine Veränderung. Entlang der Küste waren des Öfteren Wasserleichen zu sehen und einmal sah Hjaldor durch sein Fernrohr eine leibhaftige Dämonenarche auf der See – ungleich größer, als die, die sie in Ysilia bekämpft hatten. Der Blick der Götter auf diesen Landstrich war verklärt – zu viel war hier in den letzten Monden und Jahren vorgefallen.

Vor den Stadtmauern Ilsurs war keine Spur von feindlichen Truppen, aber das Land ringsum war verheert – wie schlimm musste die Zeit der Belagerung auf der Stadt gelastet haben? Und so war es nicht erstaunlich, dass die Helden die ersten freundliche gesinnten Menschen waren, die an die Stadttore klopften – und ebenso verständlich war das Misstrauen der Leute. Die Helden erklärten sich bereit, sich nach Dämonen Malen untersuchen zu lassen und Firnwulf wurde gebeten, eine Seelenprüfung abzulegen… Doch als die Geweihte vor die Tore Ilsurs trat, war das nicht mehr notwendig… Ungläubig starten die beiden sich an, bevor sie sich vor Freude weinend und lachend in den Armen lagen… Thesia, Firnwulfs Schwester hatte alle Unbilden des Krieges überlebt und in Ilsur Zuflucht gefunden!

Die beiden hatten natürlich viel zu bereden, und so ließ man sie alleine, doch nach einigen Stunden drängte vor allem Greven darauf, das Heiligtum zu besuchen und nach Spuren Xeraans zu suchen. Die Quellen der Peraine waren wirklich ein heiliger Ort, ein Platz des Friedens und der Ruhe, ein Ort, an dem man begreifen konnte, wofür man kämpft und wogegen die Heptarchen stehen. Wie ein Spiegel zu den Seelen der ehrfürchtig staunenden Helden lag der See mit den Quellen vor ihnen, und der eine oder andere mochte einen Blick auf sein Inneres Selbst erhascht haben.

Greven spürte Goldmäulchens Nähe zum Greifen nah, und Firnwulf erzählte von der Grotte, unter diesem See, in die sich Thesia beim Angriff der Feinde geflüchtet hatte…Hjaldor meinte, dass er gerade etwas gespürt hatte – “etwas” würde passieren, und in seinen Augen sah man, dass “Etwas” kaum positiv sein würde…Schnell die einen, etwas vorsichtiger und ehrfürchtiger die anderen tauchten die Gefährten in den heiligen See… immer tiefer, und vor Ihnen… zwei Gestalten: Xeraan und Goldmäulchen. Und dann nur noch der Blick auf eine große Halle, gefüllt mit blinkendem Gold und wertvollsten Schätzen, darin ein kleiner, goldener Drache, lachend und weinend zugleich, da er vergessen hatte, wer Greven war…


Nichts Neues?

Hier steht set 2 Monden nichts Neues, aber das soll und wird es durchaus geben – immerhin gibt es noch 10 Spielabende unserer aktuellen Runde, die hier noch nicht veröffentlicht wurden – aber den nächsten muss Ralf noch schreiben, erst danach kann ich wieder fortsetzen…

Donner und Sturm und somit meine Runde kommt wohl erst im November – also rechnen wir mal damit Anfang 2010 damit anzufangen!

Weiterhin sei gesagt, dass natürlich jeder gerne seine Gedanken, Ideen und Anregungen hier posten kann – vom Youtube Video über einen Foren Link bis hn zum eigen verfassten Text… haut es einfach raus…

Ansonsten sieht man sich am Donnerstag… Schwarztobrien kann sich schon mal warm anziehen!


Time to Fight…

Ich hatte ja mit Ralf einen interessanten Ideenaustausch bezüglich Kämpfen in DSA – bzw. eher in der Dunkle Schatten Gruppe.

Ich persönlich bin ja der Ansicht, dass es (wie zB beim letzten Spielabend) durchaus fordernder ist, wenn die Helden all ihr Können aufbringen müssen, um eine Chance zu haben – solange das nicht Meisterwillkür, sondern regelkonform ist.

Bei unserem Kampf gegen die 12 Zwergensöldner, den wir innerhlab weniger Herzschläge für uns entscheiden konnten ,war es ja anders – trotzdem hätte ich beispielsweise mit besserer Planung der Gegner gerechnet…

Stein des Anstosses meinerseits war der Kampf der Gruppe gegen die Irrlichter… ein Kampf, der zu einfach war, auch wenn wir durchaus innovative Ideen hatten, aber leider gab es die nicht auf Seiten der Gegner.

Was ist also besser? Kämpfe gegen Gegner, die man „mal eben so“ schlagen kann oder Kämpfe, bei denen man gegen einen wohlmöglich übermächtigen Gegner alles verlieren kann?
Den letzten Kampf würde ich zB als durchaus fair sehen – denn der Gegner war mehr als stark und der Meister muss auch ein paar Artefakte, Tränke und anderes von uns abziehen, um zB das Finale spannender zu machen…

(Das hat zwar nichts mit dem Thema zu tun, aber ich wollte nur mal sagen, dass ich der Meinung bin, dass dieser Gegner wohl kaum von uns bekämpft werden kann, wenn er laut Mythologie von solcher Macht ist…)

Die zentrale Frage ist aber: Wie stellt ihr euch Kämpfe vor? Einfacher? Komplexer? Sollten die Gegner auch so wie wir mehr Vorbereitung haben? Sollten sie Verstand und Plan haben oder als Schwertfutter auf uns einstürmen?

Kämpfe sind nun mal ein tragendes Element im RP und so sollen sie auch behandelt werden – ein Kampf dauert ja auch fas tein Drittel eines Abends… Worüber wir uns einig sein sollten ist, dass im Kampf der Meister immer recht hat, da nur er weiß, was genau er in die Schlacht führt – und deswegen sollte man diese Entscheidungen auch einfach nur hinnehmen…


G7 – Die sieben Gezeichneten – Teil III

Kapitel III: Der erste Hinweis (20.Hal)

G7[7] In einem Krämerladen in Beilunk legte ich mir ein kleines Oktav Bändchen zu, um meine Reise für den Orden zu dokumentieren. Hätte ich geahnt, das aus diesem kleinen Buch mehrere Dutzend werden würden, das ich mir nächtelang die Finger wund schreiben würde, um Berichte, Briefe, Bittgesuche und anderes zu schreiben, ich bin mir heute nicht mehr sicher, ob ich damals diesen ersten Schritt getan hätte.

In Warunk wollte ich Abschied von Tobrien nehmen. Mit einem Kanten Brot, bestem Sembelquast und einer Karaffe Wein hatte ich es mir im „Eisenhelm“ an einem der Tische bequem gemacht, als ich ungewollte Gesellschaft bekam. Ein junger, lebhafter Norbarde in ärmlicher Straßenkleidung, einem mächtigen Schnurrbart in seinem faltenlosen Gesicht und einem verschmitzten Lächeln setzte sich an meinen Tisch, der – wie immer – der einzige zu sein schien, an dem noch Platz war. Dieser Gerd Gaskan redete viel und schnell, und bald zeigte sich, dass er wohl denselben Reiseweg hatte, wie auch ich. Ich hatte schon lange keinen Reisegefährten mehr gehabt, und so stimmte ich zu, dass er mich begleitete. Er hatte sogar eine Mitfahrgelegenheit für sich aufgetan, einen mürrischen Händler, den er wohl damit geködert hatte, das eine echte Geweihte der Löwin ihn begleiten würde. Eigentlich interessant, wenn ich bedenke, wie schicksalhaft diese erste Begegnung für den Verlauf der nächsten Jahre sein würde. Unsere Reise führte uns auf der relativ sicheren Route nordwärts, Ysilia entgegen. Sorgen machte ich mir nur, als der Sichelpass in Sichtweite war. Zu oft schon hatten die Rotpelze hier Hinterhalte gelegt, und dass wir jetzt mit einem Händler unterwegs waren, machte die Sache nicht besser.

Ein kühler Wind machte die Hitze hier oben etwas erträglicher, doch als sich mir die Nackenhaare aufrichteten, war ich mir sicher, dass es nicht von diesem Lüftchen kam. Und wirklich: Herzschläge später waren wir von dutzenden Rotpelzen umzingelt, die in radebrechendem Garethi unser Gold und unsere Waffen forderten. Meinen mageren Beutel konnten sie gerne haben, aber meine Waffen würden sie ohne Kampf nie bekommen. Das schien auch Gerd zu bemerken, der in der Sprache der Goblins etwas dazwischenrief, wie ich später von ihm erfuhr klärte er die Unwissenden darüber auf, das ich eine Frau der Götter war. Doch anstatt mir den Respekt zu zollen, der mir gebührte, schickten sie mir einen Abgesandten ihrer Götzen, einen Ork. Bei Hesinde, selbst für einen Schwarzpelz hatte er einen Gesichtsausdruck, als ob die Göttin ihn übersehen hatte, als sie ihre Gaben verteilt hatte.

Ohne Sinn für Taktik stürmte er mit gezogener Waffe auf mich los, und als er zum Überkopfschlag ansetzte, wich ich aus und versetzte ihm einen Schlag mit dem Schwertknauf, um sein Mütchen zu kühlen. Doch das schien wenig zu nützen. Wieder derselbe Überkopfschlag – wie phantasievoll – und dieses Mal konterte ich mit einer Berg´schen Finte, um anschließend mein Schwert in sein Praiosgeflecht zu stoßen.

Nachdem er den Abhang hinab gekollert war, zogen sich die Goblins fassungslos zurück.

Vom Pass aus konnte ich zum ersten Mal das Ziel meiner Reise sehen: Donnerbach und den von unheilvoll flackernden Gewitterwolken umgebenen Neunaugensee, um den sich so viele Legenden rankten, dass ich sie gar nicht alle im Kopf behalten konnte. Damals dachte ich wie groß und wunderbar die Welt sei und wie wenig ich von ihr gesehen hatte, heute habe ich wohl mehr gesehen, als jeder Mensch zuvor, und trotz alle dem finde ich die Schönheit der Welt immer noch so wunderbar und unglaublich wie zuvor.

Als Gerd und ich in Ysilia ankamen, konnten wir mit eigenen Augen die Zerstörungen ansehen, die der Ogerzug vor 8 Jahren angerichtet hatte. Es ist mir bis heute ein Rätsel, wie es irgendjemand geschafft hat, diesem gewaltigen Ansturm zu trotzen. Die reichen Bürger hatten ihre Häuser auf den Hügeln der Stadt schon längst wieder restauriert und hinter Zäunen und Gittern verborgen, während die Viertel der Ärmeren noch immer dalagen, als wären die Oger erst gestern durch die Strassen gezogen. Ich verbrachte einige beschwingliche Stunden mit Gerd in einer liebfeldschen Teestube und später in einer Hafentaverne. So viel geredet wie in den letzten Tagen hatte ich wohl schon lange nicht mehr – ich hatte den jungen Norbarden schon ins Herz geschlossen, ohne es zu wissen.

Ohne weitere Geschehnisse kamen wir in Donnerbach an. Naturgemäß führte mich mein erster Weg in den Tempel der Göttin, der so wundervoll ist, dass mich sogar Gerd begleiten wollte, auch wenn er sich wohl eher Phex zugehörig fühlt. Das Tosen des Donnerfalles, dass man an jedem Punkt in der Stadt hört, ist schier unglaublich, wenn man erst mal direkt davor steht. Fast schien es mir, als ob die Göttin mit mir sprechen würde, wie damals im nostrischen Wald, als ihr Donnerschlag meine Ohren zum Erzittern brachte. Das Gefühl, ein kleiner, aber bedeutender Teil der Göttin zu sein, ist hier so stark wie nirgendwo sonst, so dachte ich zumindest damals, und auch das Innere des Tempels, der prachtvoll mit Gold, Waffen, Statuen und anderem Kunstwerk geschmückt ist, überwältigte mich .

Ich verbrachte fast zwei Wochen im Tempel, um zu beten, als die Göttin wohl meine Frage gehört hatte. Ein Bruder im Glauben, Rondrigo von Donnerbach, trat an mich heran. Er meinte in mir etwas Besonderes zu erkennen und bat mich, einen sehr wichtigen Brief an eine Glaubensschwester mit Namen Utlana nach Kvirasim zu überbringen. Wenn das der Weg war, den die Göttin für mich vorgesehen hatte, dann wollte ich ihn gerne gehen, vor allem da Gerd mich noch ein Stück des Weges weiter begleiten wollte, da es ihn ebenfalls in den Norden trieb – geschäftlich, sagte er.

Die Reise in die Salamandersteine war zu dieser Jahreszeit etwas beschwerlich, ehrlich gesagt war mir einfach nur viel zu kalt. Doch schon bald sollten wir das wärmende Herdfeuer einer Passhütte erreichen. Gerd musste für meine Übernachtung aufkommen, da mein Geldbeutel nach dem Zusammenstoß mit den Goblins nicht mehr allzu gut befüllt war, doch auch ein größeres Problem kam auf mich zu. Der Wirt dieser kleinen Hütte meinte nur, dass wir uns eine rasche Weiterreise aufgrund der Regenfälle wohl aus dem Kopf schlagen könnten – Matschlawinen und Erdbretter könnten uns beim Abstieg mitreißen. Ich bedankte mich für diese Warnung, und hatte durchaus vor, sie ernst zu nehmen, denn die Gewalten, die Sumu manchmal entfesseln kann, sind meistens nicht für unsere kleinen, zerbrechlichen Leiber gemacht.

Am nächsten Morgen hörte ich bereits Gespräche und Gelächter aus dem Schankraum, anscheinend waren in der Nacht noch andere Reisende angekommen. Bei einem ausgiebigem Frühstück – es regnete noch immer in Strömen – lernte ich die vier Wanderer kennen. Vor allem ein junger Adeptus, der sich als Zerbereus von Salikum vorstellte, weckte meine Aufmerksamkeit. Nicht nur, das er ausgesprochen höflich und freundlich war, noch dazu war er auf einer sehr abenteuerlichen Queste: Er erzählte etwas von einem alten Magierturm inmitten eines Labyrinthes, der irgendwo in den Salamandersteinen stehen sollte.

Genauso befremdend wie seine Worte war auch die Gruppe, die ihn begleitete: Ein etwas tumber, aber sympathischer Thorwaler namens Erik, Rondan, ein stiller Vertreter des kleinen Volkes, der überraschenderweise weder mit Axt noch Kettenhemd ausgestattet war, und Van, den ich auf Anhieb als Kundschafter und Jäger einordnen konnte.

Wir saßen alle gemeinsam auf diesem Pass fest und waren auf der Suche nach Abenteuern, was sollte also anderes passieren, als dass wir uns zusammenschlossen und uns gemeinsam auf die Suche nach diesem Magierturm machten? Ich hatte zwar nicht allzu viel Interesse an der Magie, aber Zerbereus erwähnte auch einige Gefahren, die wohl auf der Suche nach dem Turm auf ihn lauern konnten, und ich konnte diesen blutjungen Adepten, der sich noch dazu noch nicht einmal mit seinem Zauberstab verteidigen konnte, doch nicht alleine losgehen lassen. Gerd witterte vermutlich Schätze, und was die anderen bewog, sich der „Expedition“ anzuschließen, wusste ich damals nicht, aber am Nachmittag machten wir uns auf, um den Grat des Berges nach Hinweisen abzusuchen. Der Wirt warnte uns noch vor einem Kobold, der am Pass sein Unwesen treiben solle, und wirklich fanden wir den spaßigen Kerl –unglücklicherweise. Dieser Zappelig trieb seine Späßchen mit uns allen und auch ich wurde Opfer eines seiner Zauber, ein schreckliches Gefühl nichts dagegen tun zu können.

Durch eine List konnten wir den Standort des Turmes von diesem Kobold erfahren, doch er versuchte mit allen Mitteln, uns vom Erreichen unseres Zieles abzuhalten. Er gaukelte uns sogar den Ausbruch eines Feuerberges vor, und stellte uns zu guter Letzt einen schwarzen Ritter in den Weg, der mir wahrhaft versuchte weiszumachen, das meine himmlische Herrin durch ihn sprechen würde. Damals lernte ich so einiges über magische Illusionen, doch kann ich heute noch immer nicht zwischen Wahrheit und Trugbild unterscheiden.

Am nächsten Tag erreichten wir das Tal, indem Zerbereus den Magierturm vermutete. Er bezog sein Wissen aus einem uraltem Magierbuch, das er in einer Bibliothek im lieblichen Feld, seinem Heimatland, aufgestöbert hatte. In dieser felsigen Gegend schien Rondan, der Zwerg regelrecht aufzublühen – wohl das einzige, das er mit den axtschwingenden Angehörigen seines Volkes gemeinsam hatte. Wir kamen mehr schlecht als recht voran, und Efferd beschenkte uns überreichlich mit seinen Gaben. Der Untergrund war entweder schlammig oder felsig, und es war feucht und kalt. Ohne Dach über dem Kopf wären wir vielleicht einer Krankheit anheim gefallen, doch Rondan war es, der mich überraschte. Dieser Zwerg gebietet über die Gabe Madas, und er nutzte sie, um ein Wesen zu rufen, das von Zerbereus als eine Art Erz – Dschinn klassiert wurde. Heute weiß ich, zu was ein Geode fähig ist, aber mit meinem damaligen Blick auf die Welt erschien mir jede Art der Magie fast wie ein Wunder.

Und wundersam war auch, was wir noch alles in diesem Tal bestaunen durften. Wir erreichten eine Felsspalte, die wohl hundert Schritt breit und mehrere hundert Schritt tief war. Van meinte dort unten Weinterrassen, Felder und sogar einen Bootssteg ausmachen zu können, also musste es dort vielleicht Bewohner geben. Doch erstaunlicher war die Art und Weise, in der wir die Felsspalte überquerten. Ein wohl uralter Mechanismus ließ eine Art Pflanzenbrücke wachsen, die den Abgrund überspannte. Rondan war kaum zu bewegen, in dieser luftigen Höhe sein Leben einigen Ranken zu übergeben, doch gemeinsam überquerten wir die Schlucht und fanden auf der anderen Seite auch eine Möglichkeit einen Fluss, der uns schon seit Eintritt in das Tal begleitete zu überqueren. Wir kamen in einem kleinen Wäldchen an, das erste Anzeichen von Natur in diesem sonst kargen Tal, und irgendeine Macht, entweder Tsa´s gütige Gabe oder Magie sorgte für reichlichen Bewuchs, selbst die Tiere, die wir sahen schienen mir friedvoll und freundlich.

In der Mitte dieses Wäldchens fanden wie eine kleine Hütte, die laut Zerbereus früher wohl die Heimat einer Hexe gewesen war. Interessant war vor allem eine Ansammlung von Tränken und Tinkturen, von denen eine sogar magischer Natur war, wie der Adeptus feststellte. Und auch Van pflichtete ihm bei – anscheinend war auch er magisch begabt. Langsam fing ich an mich zu fragen, ob ich wohl der einzige Mensch war, den Hesinde nicht mit ihrer Gabe gesegnet hat.

Im Laufe der Nacht, die wir im gemütlichen Inneren der Hütte verbrachten, vertraute Gerd mir an, dass auch er ein Heimatloser wie ich ist, sein norbardischer Vater ist von seinem Stamm verstoßen worden. Tragisch wie viele Menschen ihre Heimat verlieren müssen…

Am nächsten Morgen wurde ich Zeuge, wie Zerbereus einen Versuch mit dem Zaubertrank machte, er verwandelte sich in eine Fledermaus… wir hatten somit eine Möglichkeit, den stark angeschwollenen Fluss zu überqueren. Sogar Erik war zu überreden dies auf diese Art zu tun, und so machten wir uns daran, in Gestalt eines solchen Flattermannes den Fluss zu überfliegen. Doch Van schien Schwierigkeiten zu bekommen, mitten über dem Wasser verwandelte er sich wieder zurück und stürzte wie ein Stein ab. Erik sprang auf und versuchte sich im Laufen seiner Kleidung zu entledigen, doch er strauchelte und mir war sofort klar, dass ich Vans letzte Rettung war. Ich sprang in den eisigen Strom und konnte Van unter Aufwand all meiner Kräfte ans Ufer ziehen Wir brauchten noch den ganzen Tag, um mich und Van wieder einigermaßen gesund zu bekommen, dann konnten wir den Fluss abends überqueren, um am nächsten Tag unsere Suche weiter zu führen.

Ausgeruht begannen wir am nächsten Morgen einen Weg zu finden, um den Abstieg ins Tal zu wagen. Rutschend und stolpernd kamen wir voran, doch wir erreichten nach einigen Stunden unbeschadet das Tal. Wild und fruchtbar lag es vor uns, und nach einigen Meilen Marsch entlang des Flusses sahen wir unser Ziel: Einen hellweißen Turm, der auf einer kleinen Insel inmitten eines Sees lag.

Ein Boot führte uns wie von Zauberhand auf die Insel, doch wie erschreckend war es, als wir den Turm komplett leer vorfanden, es gab noch nicht einmal eine Decke! Nach längerer Suche fanden wir unter dem Staub von Jahrhunderten eine Bodenplatte, durch die wir in ein unterderisches System eindringen konnten.

Nach einer schweigsamen Wanderung in einem Gangsystem, fanden wir uns vor einer riesigen Halle wieder. Noch bevor ich die Lage richtig erkannt hatte, war Gerd schon im Raum, Flammen schossen aus den Wänden und der Norbarde blieb inmitten des Raumes liegen. Ich konnte sengendes Fleisch riechen, doch mussten wir jetzt vorsichtig handeln. Mir blieb keine Möglichkeit, als auf die Götter zu vertrauen: Vorsichtig trat ich auf eine weiße Bodenplatte, denn die andere Farbe der Platten war rot, die Farbe des Herrn Ingerimm und des Feuers. So erreichte ich Gerd und Rondan konnte sich um seine Verbrennungen kümmern. Ich und Zerbereus gingen schon vor, und fanden uns vor einem Hesindezeichen wieder, vor dem sich uns ein interessanter Anblick bot: Ein großes Portal, verziert mit Gold und Edelsteinen und einem Schriftzug, den der junge Adeptus uns übersetzen konnte:

„Nur wer den wahren Glauben hat, hier einzutreten hier vermag. Auch wenn meine Zeit ergeht, dieses Tor auf ewig steht.“

Es schien, als müssten wir die Zeichen der Götter in der richtigen Reihenfolge zu drücken, doch hatte dies nicht den gewünschten Erfolg. Beim zweiten Versuch merkten wir, dass sich das Zeichen des Phex sich uns entzogen hatte. Doch blieb mir und meinen Gefährten, die sich geschlossen eingefunden hatten, keine Zeit, um zu beratschlagen, eine skelletierte Hand brach aus der Steinwand, eine Sanduhr in den Knochenfingern. Der Sand rieselte unaufhaltsam, und als ich fast schon die Flammen spüren konnte, schrie Zerbereus aus, und drückte das Zeichen des Phex, drei Diamanten, die im Dreieckszeichen angeordnet waren. Das Tor öffnete sich – und schloss sich auch wieder hinter uns – der Ausweg schien versperrt, wenigstens blieb uns dann nur noch eine Richtung, in die wir uns wenden konnten.

In den folgenden Stunden stießen wir auf einige Hindernisse, die der Erbauer dieser Anlage uns in den Weg stellte. Eine unsichtbare, glühendheiße Barriere, konnte Zerbereus nur unter Aufwand all seiner Kräfte und seines Zauberstabes brechen, ein Rätsel über Boron und Praios war zu lösen, allerdings waren wir dabei unter Zeitnot, da die Decke begonnen hatte, sich zu senken. Van war es, der in letzter Sekunde den Mechanismus eines Aufzuges zum Laufen brachte. Wir wurden hinab in die Dunkelheit gezogen – vorerst waren wir davon gekommen…

Was wir in diesem Stockwerk fanden, war damals einfach unglaublich, heute sehe ich es als ersten Fingerzeig der Götter auf das, was bald unser ganzes Leben verändern sollte.

In einer Halle, die größer war, als der Platz der Zwölfgötter in Gareth fanden wir eine Art Bildergalerie, in der wir die Geschichte unseres Kontinents fanden, vor allem die erste Dämonenschlacht wurde hier dargestellt, wie mir Zerbereus damals versicherte. Am interessantesten war aber ein Block aus purem Onyx, der wohl ein weiteres Bildnis verbergen sollte, dazu später aber mehr.

Die folgenden Stunden waren fast eine Art Alptraum, die mich später noch nächtelang verfolgen sollten… Mich erwartete ein Kampf gegen ein Elementarwesen, meine Gefährten schworen Stein auf Bein, dass ich in diesem Kampf gefallen wäre, aber trotz allem fand ich mich unverletzt wieder, doch das war noch nicht das schlimmste:

Wir fanden eine Schatzkammer mit allen erdenklichen Reichtümern vor, doch das, was sich auf immer in meinen Kopf eingebrannt hatte, sollte erst folgen. Nach und nach schien ein Gefühl in uns zu entstehen, ich bin heute fast sicher es war einer der erzdämonischen Wesenheiten, die sich damals in unsere Gedanken schlich. Ich weiß nur, dass wir uns damals fast gegenseitig zerfleischt hätten, ich war nahe daran, Rondra nicht mehr in mein Herz zu lassen, doch wie es schien, haben wir die Prüfung damals bestanden, ich kann mich nur noch an das Gefühl erinnern, nach dem erwachen am Fuße der Treppe wieder die Nähe meiner Göttin zu fühlen. Später wurde ich auch noch oft in Versuchung geführt, doch dieses erste Mal war wohl das Schlimmste und nur dank dem Zuspruch meiner Gefährten, habe ich auch damals bestanden.

Wir machten uns an den Aufstieg in ein weiteres Stockwerk, wo wir eine Küche vorfanden! Wie froh war ich in diesem kleinen und verstaubtem Raum zu stehen und mit meinen Gefährten mit einem mehrere hundert Götterläufe alten Weinbrandes anzustoßen, de Erik in der Vorratskammer gefunden hatte. Gerd schätzte später, dass jeder Schluck etwa 75 Dukaten wert gewesen sein muss!

Beim weiteren erkunden fanden wir Schlafzimmer und Arbeitszimmer, doch bei weiterem Treppauf erreichten wir eine Art Thronsaal, allerdings saß auf dem Thron ein Skelett, ein Buch und einen Stab in Händen… Wie groß war mein Entsetzen, als ich sah, wie unheiliges Leben in das Skelett fuhr, und wie groß war meine Verwunderung, als ich in meinem Kopf plötzlich Worte vernahm…

„Die Götter haben euch eine Rolle zugedacht, die weder Du noch ich in ihrer Ganzheit vollständig bereifen können. Ihr werdet es schaffen. Ihr müsst es schaffen..:“

Nach diesen Worten zerfiel das Skelett zu Staub und der Berg, der Boden, begann zu zittern und zu beben. Wir ergriffen die Flucht so schnell wir konnten, nach unten und quer durch die Halle der Bilder. Teile der Decke brachen ein, und sogar die Onyxtafel fiel um und zerbarst … ich warf einen Blick auf das, was dahinter verborgen war, und mir stockte der Atem:

Eine große Kriegerin im Kampfgewand der Göttin, eine pechschwarze Klinge in ihren Händen. Verbrannt war ihre Hand, verkohltes Fleisch hing an ihren Knochen. Ihr Blick war Hass, ihr Schrei Blut, ein entsetzliches Wandbild, wie aus meinen Gedanken, und das war es auch: Es war ich selbst, wie ein Abbild meiner Seele in ihren tiefsten Abgründen … und heute weiß ich, dass das Bildnis auch das wieder spiegelte, was ich einst werden könnte, den Göttern sei Dank, dass dem niemals so war …

Über herabfallende Steine, die aus der Decke fielen lief ich zu meinen Gefährten in Richtung der Plattform, kaum hatte ich sie erreicht, rasten wir nach oben und wurden im Norden des Tales herausgeschleudert. Das ganze Tal schien zu beben, Teile des Berges begruben den Abfluss des Flusses und wir mussten mit ansehen, wie aus dem Tal in Windes Eile ein See wurde. All die Wunder und Gefahren, die wir gesehen und bestanden hatten, waren mit einem Mal verloren, niemand würde davon erfahren, niemand würde uns glauben!

Auch unser Wirt war blass, als er unsere ansichtig wurde – denn laut ihm waren wir fast einen Mond lang weg gewesen … Doch dem wollte ich erst mal keine Aufmerksamkeit zollen, denn wichtig war nur eines: In einem warmen Bett zu schlafen !


Dunkle Schatten – der 20. Spielabend

Nachdem die Ausgangssperre über Beilunk verhängt worden war, besprachen sich die Helden, wie sie aus Beilunk entkommen konnten, um danach ihren eigenen zielen nachzugehen. Während dieser Unterredung berichtete Dela, dass eine Gruppe namens “Irrlichter” für den Untergang der “Stern von Beilunk” verantwortlich wäre – und dass sie es eventuell auch auf die gruppe abgesehen haben könnten.

Nach dieser Ankündigung wollte Therisia auf Nummer sicher gehen, keine ungebetenen Besucher auf dem Zimmer zu haben und so sprach sie einen Odem, und konnte tatsächlich feststellen, dass jemand mit einem Penetrizzel durch die Wand versucht hatte, etwas zu erfahren. Sofort machte man sich auf die Suche und Dela konnte durch geschicktes Nachfragen im Schankraum eine Beschreibung der Gestalt erhalten, die am ehesten für die Spionage verantwortlich zu machen war. Während dessen hatte Hjaldor aus dem Zimmer gegenüber verdächtige Geräusche gehört und machte sich daran, in das Zimmer zu gelangen. Da allerdings ein Schrank von Innen gegen die Tür geschoben worden war, machte er mit seinen Nachforschungen soviel Lärm, um auch den Rest der Gruppe auf den Plan zu rufen.

Auch hier versuchte Therisia mit einem Hellsichtzauber etwas Hilfreiches zu entdecken, und genau in diesem Moment erschien aus den Schatten einer Zimmerecke eine Gestalt und warf etwas zwischen die Helden, dass explodierte und ihnen die Sicht nahm. Geistesgegenwärtig konnte Firunwulf der Gestalt noch einen Hieb versetzen, der stark genug war um sie aus dem Fenster zu werfen. Doch die Gestalt schüttelte den Sturz ab wie ein nasser Hund das Wasser und machte sich daran zu flüchten, was Therisia mit einem Paralysis, die anderen auf herkömmliche Art zu Fuß zu verhindern suchten. Es war dann aber Greven, der die Flüchtende mit einem Zauber zu Boden werfen konnte und gemeinsam mit den anderen überwältigen konnte. Wie überrascht war dann die gruppe, als es sich bei der Spionin um niemand geringeren als Azariel Scharlachkraut – Alte Bekannte und Legatin Borbarads – handelte! Die Stadtwache und die Bannstrahler nahmen sich ihr an und setzten die Elfin fest, während sich die Helden auf den Rückweg zur Taverne machten.

Dort erwarteten sie nicht nur Dela, sondern auch ein Bornländer der sich als Bert Bornfels vorstellte und eine interessante Information für uns hatte: Die KGIA hatte den Plan gefasst die Gruppe “Irrlicht” auszuschalten, deren Marschbefehl zu erbeuten und zu ersetzen, um mit diesem Freibrief Xeraans die schwarzen Lande auszukundschaften… Dieser gefährliche Plan wurde diskutiert und man kam zu dem Ergebnis, diesen Plan selbst in die Tat umsetzen zu wollen – Bornfels versprach Hilfe, um aus der Stadt zu gelangen.

Im Zuge dieser Flucht war es notwendig, dass sowohl Therisia´s Illusionen, Dela´s Fingerfertigkeit und eine schauspielerische Leistung von Greven zusammenspielten um während der Ausgangssperre an den Wachen vorbei mitsamt den Pferden zum Floßhafen zu gelangen, wo in der Nacht dann auch unser Kontaktmann auftauchte. Mit 2 Flößen gelangte die Gruppe aus der Stadt und bekam auch noch eine Botschaft – für Azariel Scharlachkraut! Bornfels hatte uns anscheinend mit Borbaradianern aus der Stadt bringen lassen – oder waren 2 Fluchtpläne vertauscht worden?

Um diese Frage zu beantworten und um sicher zu gehen, dass niemand die Flucht aufgefallen war, entschloss man sich kurz außerhalb der Stadt ein geschütztes Lager zu errichten und zu beobachten…


Dunkle Schatten – der 19. Spielabend

In der Taverne Anker & Säbel saß die Gruppe zusammen und lauschte den Gerüchten über Maraskan und die Invasion, die sodann diskutiert wurden – mitten in diese Diskussion platzte eine Botin mit der Bitte am 23. Praois zur Audienz bei der Illuminata zu erscheinen.

So war an eine Abreise nicht zu denken und man verbrachte den Tag mit Einkäufen, Vorbereitungen und der nicht immer so gründlich gewürdigten Pflege des Körpers und der Montur. Abends wurde die Diskussion über die Lage dann bei reichlich Gebrautem weiter geführt.

Die Audienz bei Quidhuenna, der Illuminata war eher eine große Konferenz, bei der die Helden neben Saldor Foslarin, Adumar von Rhutor und anderen Würdenträgern eher eine beratende bos zuhörende Funktion inne hatten. Auffallend war die erste Erwähnung des Terminus “schwarze Lande” und die Uneinigkeit der Praois- und Rondra- Kirche: Die Gräfin und somit auch die Praioskirche wollte Beilunk verteidigen, die Rondrakirche in den Krieg ziehen.

Am 27. Praois traf dann das Schwert der Schwerter, Ayla vom Schattengrund mit der arg mitgenommenen “Reichsforst” ein, und schon am Tag darauf bat auch sie die Helden zu einem Gespräch. Sie informierte die Gruppe über die Planung ihres Kriegszuges und Firnwulf willigte ein, sich diesem anzuschließen – Therisia schloss sich ebenfalls an, doch zuerst wollte Firnwulf nach Ysilia, um dort seine Mutter in Sicherheit zu bringen….